Pressefotografie – Pflicht bei jeder Medienarbeit

Swiss press foto 12
Ein Bild sagt bekanntlich mehr als 1000 Worte. Zugegeben, wir haben nicht nachgezählt. Unbestritten ist jedoch, dass ein Foto mehr Informationen und Emotionen vermittelt als die Beschreibung eines Ereignisses. Deshalb gehören Pressefotos zu jeder Medienarbeit. Doch was ist ein gutes Bild, was braucht es, um beachtet zu werden und welche Bilder sind für welche Textgattung geeignet?

In der Pressefotografie lässt sich die Bildwirkung über die sogenannten RAS-Punkte (Retikuläres Aktivierungssystem) ermitteln. Dazu gehören Emotionen, Neues, Ungewohntes oder Spezielles, Leid und Tod. Ein gutes Pressebild erfüllt mindestens einen dieser Punkte.
Die Wahrnehmung und die Interpretation eines Bildes hängen aber auch von anderen Faktoren ab. Was ist auf dem Bild zu sehen, was lässt sich nur erahnen? Welche Perspektive nimmt der Betrachter ein, wie ist die Bildkomposition aufgebaut, wie das Verhältnis von Flächen, Linien und Symmetrien oder der Einsatz von Licht und Farben? Sie alle erzeugen beim Betrachter eine ganz bestimmte Wirkung.
Das Wissen darüber lässt sich in der Unternehmenskommunikation gezielt einsetzen. Deshalb gehören die Fotografie, der Aufbau einer Bildwelt und die Wahl der für die jeweiligen Kommunikationsmittel geeigneten Fotos in professionelle Hände. Denn je ausdrucksstärker ein Foto, desto länger bleiben das Bild und der Zusammenhang, in dem es steht, im Gedächtnis haften. Soweit die Theorie.

Ausgezeichnete Pressefotos
In der Praxis finden sich unter den Schweizer Pressebildern des Jahres, die von der Fondation Reinhardt von Gaffenried, eine Stiftung zur Förderung und Unterstützung des lokalen schweizerischen Medienschaffens, jeweils im Herbst ausgezeichnet werden, die besten Beispiele dafür, wie ausdrucksstarke Bilder aussehen können. Etwa das „Swiss Press Photo 12“ (siehe oben), das im Zusammenhang mit dem Busunglück in Siders im Kanton Wallis entstand – und zwar noch bevor das Ausmass der Katastrophe bekannt war. Dass dabei 28 Menschen starben, darunter 22 Schulkinder aus Belgien und den Niederlanden, davon ist auf dem Siegerbild nichts zu sehen. Doch der ausgeleuchtete Tunneleingang, der landende Helikopter und die eintreffenden Rettungskräfte, die das Foto eingefangen hat, sprechen eine deutliche Sprache und lassen keinen Zweifel darüber, dass sich im Tunnel etwas ganz Schreckliches zugetragen hatte.

Geben Sie Ihrer Botschaft ein Gesicht
Über eine Katastrophe müssen Unternehmen glücklicherweise selten berichten. Dennoch sollte auch in der Unternehmenskommunikation die Bildsprache mehr als einen rein informativen Charakter beinhalten. Wenn es etwa um ein soeben patentiertes Produkt geht, dann können Sie der entsprechenden Pressemitteilung zwar ein Foto desselben beilegen. Mehr Aussagekraft erhalten Sie aber, wenn darauf ein oder mehrere Menschen abgebildet sind, die das Produkt anwenden. Zum einen, weil ein solches Foto neben dem Design auch Informationen über die Verwendung des Produktes vermittelt, zum anderen, weil Menschen mehr Emotionen wecken als Gegenstände es vermögen.

Welches Bild für welchen Zweck?
Darüber hinaus entscheidet die Art der Berichterstattung darüber, welche Bilder und Aufnahmetechnik gefragt sind. Für eine Medieninformation mit Nachrichtencharakter steht die Authentizität im Vordergrund. Nachbesserungen, Inszenierungen mit künstlerischem Anspruch und ein einseitiger Fokus sind hier Tabu. Zur Illustration einer Medieninfo braucht es in der Regel nur ein einziges Bild, das aber möglichst viele Informationen liefert, die mit dem Text korrespondieren. Doch auch wenn am Ende nur ein Foto die Medieninfo flankiert – stellen Sie den Redaktionen immer eine kleine Auswahl (inklusive entsprechende Bildlegenden) zur Verfügung. Erstens unterstützen Sie damit die Medienschaffenden in ihrem Anspruch einer individuellen Berichterstattung. Zweitens verhindern Sie, dass überall dasselbe Bild zu sehen ist, wenn mehrere Medien ihre Pressemeldung aufgreifen.
Im Gegensatz zu einer Medieninformation, werden Reportagen mit mehreren Fotos illustriert, die jeweils aber nur für einzelne Abschnitte im Text stehen – sei dies ein Erlebnisbericht, sei dies bei der Beschreibung von Arbeitsabläufen.
Für eine Imagebroschüre, den Webauftritt oder für Kundenmailings haben die ästhetische Inszenierung und die Symbolkraft einer Bildwelt, die sich wie aus einem Guss über die ganze Serie erstrecken, gegenüber einer informativ aber eher nüchtern gehaltenen Illustration Vorrang. Aufgabe einer seriellen Bildwelt ist es, das Image eines Unternehmens respektive das Markenerlebnis zu unterstützen.

Fazit
Ein Foto erhöht die Aufmerksamkeit und vermittelt innerhalb nur eines Wimpernschlags eine Fülle von Informationen, Eindrücken und Assoziationen. Und weil bekanntlich der erste Eindruck zählt, bedürfen in der Unternehmenskommunikation die Wahl von Sujets, der Aufbau einer Bildwelt und die fotografische Technik absolute Professionalität. Wir helfen Ihnen gerne weiter – in beratender Funktion, in konzeptioneller Hinsicht oder bei der Vermittlung eines für Sie geeigneten Pressefotografen.

Checkliste Pressebild
– Emotionen, Neues, Ungewohntes oder Spezielles, Leid und Tod – ein gutes Pressefoto erfüllt mindestens eines dieser Kriterien.
– Menschen sind emotionaler als Sachen.
– Lassen sie die Menschen nicht posieren, sondern zeigen Sie sie in Aktion.
– Bieten Sie den Medien eine Bildauswahl in Hoch- und Querformat an.
– Zeigen Sie das Motiv aus verschiedenen Perspektiven.
– Versehen Sie die einzelnen Bilder mit einer spannenden Legende.

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