Medienbericht: Digitalisierung und Berufsbildung am ersten WIOS-Infofeed mit Nationalrat Marcel Dobler

Nationalrat Marcel Dobler hat diesen Donnerstagabend am ersten WIOS-«Infofeed» über das Thema Digitalisierung und Bildung informiert. Mit dabei waren auch zwei junge Berufsleute, die heute ihren Lebensunterhalt mit einem neuen Berufsbild verdienen: Luca Boller, Schweizer Meister und Nr. 1 der heimischen FIFA eSports Szene, und Travel- und Lifestyle-Bloggerin Minea Blaze.  

«Infofeed heisst Futter, Eingabe, unterhalten aber auch sättigen. Genau darum geht es bei unserem neuen Format, den WIOS-«Infofeed». Wir möchten mit interessanten und aktuellen Themen einen Input geben, inspirieren und animieren», erläuterte Claudio Altwegg, Schulleitungsmitglied beim WIOS Bildungszentrum gleich zu Beginn, als er die rund 50 Gäste begrüsste. Welche Kompetenzen muss ein KV-Lernender in Zukunft ausweisen können? Welche Karrieremöglichkeiten und Weiterbildungen stehen offen? Und wie kann ein Lernender sich schon während der Ausbildung für die späteren Herausforderungen rüsten? Dies ist nur ein Auszug aus den Fragen, denen sich WIOS im Rahmen seines ersten «Infofeed» widmete. «Gemeinsam mit verschiedenen Experten wollen wir den Interessenten tiefere Eindrücke liefern, ihnen Chancen und Perspektiven im jeweiligen Berufsfeld aufzeigen und sie auf diesem Weg zu einem Bildungsgang motivieren», so Altwegg.

Digitalisierung bietet grosse Chancen

In seiner Key-Note machte Nationalrat Marcel Dobler klar, dass er das Wort «Digitalisierung» und die Angst, die mit dem «D-Wort» verbreitet werde, schon fast nicht mehr hören könne. Dass zum Beispiel viele Arbeitsplätze verloren gehen würden, sie einfach nicht realistisch. Am Beispiel der von ihm gegründeten Digitec erläuterte er, was Digitalisierung ganz konkret bedeutet: «Es gingen zwar einige Arbeitspläte im Verkauf verloren, dafür gab es zahlreiche neue Stellen in der Logistik und in der IT.»
Dobler ist neben seinem Nationalratsamt und seinen unternehmerischen Engagements auch Präsident von ICTswitzerland, dem Dachverband der ICT-Wirtschaft. Für ihn ist klar: «Die Digitalisierung schafft neue Berufsbilder. Das bietet vor allem jungen Berufsleuten grosse Chancen. Aber auch Handwerken, die technisch und digital fit sind, eröffnen sich neue Möglichkeiten.» Die Digitalisierung bringt aber auch neue Anforderungen mit sich. So werden in Zukunft Kommunikationskompetenz und Sozialkompetenz noch wichtiger sowie eine grosse Lernfähigkeit, um sich laufend an den technischen Wandel anpassen zu können.

Wie wird man Influencerin oder eSportler?

eSportler und Lifestyle-Bloggerin sind nur zwei von vielen neuen Traumberufen, denen angehende Berufsleute heute nacheifern. Doch kann man sie überhaupt als «Berufe» bezeichnen? Wie sind Chancen und Herausforderungen für solche neuen Berufsbilder? Zu diesen Fragen äusserten sich Luca Boller, professioneller FIFA eSportler beim FC Basel 1893 und Minea Blaze «@aenymblaze», selbständige Travel- und Lifestyle-Bloggerin. Zwei junge, innovative Berufsleute, die eines verbindet: Beide haben eine kaufmännische Ausbildung absolviert.
Die 25-jährige Minea Blaze hat bereits vor 6 Jahren angefangen mit Instagram. Mittlerweile lebt sie von ihren Blogposts und den Produkteplatzierungen. Dafür reist sie an verschiedenste Orte, wo sie dann in Kooperation mit dem Auftraggeber Fotos macht oder sich professionell fotografieren lässt. «80 Prozent der Arbeit findet jedoch im Büro statt. Ich mache alles selbst, von der Auftragsbesprechung mit dem Kunden, über die Offerte, den Blogpost, die Rechnung und die Buchhaltung», erläuterte die Influencerin. «Meistens hänge ich an einen Auftrag im Ausland dann noch ein paar Tage an, damit ich die Location auch noch etwas neben dem Geschäftlichen erkunden und geniessen kann.»
Auch Luca Boller hat sein Hobby zum Beruf gemacht: Schon als Jugendlicher war er passionierter Gamer. Heute bezeichnet er sich selbst als «virtuelles Maskottchen des FC Basel», denn er ist unter Vertrag beim FC Basel 1893 eSports und misst sich über das FIFA-Game mit anderen eSportlern. Mit über 100 gewonnen Turnieren und zwei Schweizermeister-Titeln ist er aktuell der erfolgreichste Schweizer eSportler. Wie sieht denn der Alltag eines eSport-Profis aus, wollte Claudio Altwegg wissen. «Die meisten Leute denken, ich sitze den ganzen Tag vor dem Game. Das ist jedoch nicht so. Ich trainiere in der Regel zwei Mal für zwei Stunden am Tag. Viel Zeit benötige ich für Videos und Marketing – jeder Spieler ist auch eine Marke und muss seine Fans betreuen», so Boller.

Klassische KV-Lehre im Umbruch

Die klassiche KV-Lehre muss sich dringend an die Veränderungen anpassen – dies sieht auch Claudio Altwegg von der WIOS so. Der Arbeitsmarkt verlange vermehrt «smarte Alleskönner» mit IT- und Management-Kenntnissen zugleich. Deshalb hat die WIOS zusammen mit einer Expertengruppe eine IT-Zusatzausbildung entwickelt, die den künftigen Ansprüchen an junge Kaufleute gerecht werden soll. Martin Heim, Leiter des IT-Fachbereichs bei WIOS, erläuetert am «Infofeed» die Inhalte der neuen Ausbildungsmodule. «Es geht vor allem darum, die klassische KV-Ausbildung mit den Zuatzmodulen IT-Systeme, Webtechnologien und Anwendungen zu ergänzen», so Heim.
Der nächste «Infofeed»-Abend findet am 21. Mai 2019 statt. Dieses Mal zum Thema «Höhere Berufsbildung – Erfolg durch Praxis». Weitere Infos und Anmeldung unter: wios.ch/infofeed